Licht in der Dunkelheit

Ein Projekt der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck und des Bistums Fulda - für mehr Details bitte auf die Überschrift klicken, es lohnt sich.

St. Martin ganz besonders!

#bronnzell_eichenzell_leuchten

2020 ist alles anders: auch St. Martin

Wir schließen uns der Aktion „Laternen Fenster“ von www.laternenfenster.de und der Idee der Stadtteilarbeit der Stadt Fulda an:

Am Martinstag, dem Mittwoch, 11.11.2020, sollen möglichst viele Laternen, Kerzen, Teelichter und Lichterketten die Fenster unserer Gemeinden erleuchten, um für Spaziergänger einen „stehenden Martinsumzug“ darzustellen.

Die Lichter sollen nicht nur Kinderherzen wärmen – sie sind auch ein Symbol für Zusammenhalt, Solidarität und Frieden.

Viele Einrichtungen und Initiativen in Fulda und Umland beteiligen sich.

Gern dürfen die Lichter auch die ganze Woche leuchten 😊 und wer Lust hat, kann ja gemeinsam mit der Familie Martinslieder singen.

Postet Fotos mit #bronnzell_eichenzell_leuchten in den sozialen Netzwerken, damit wir auch digital erstrahlen!

Eure ev. Kirchengemeinde Bronnzell-Eichenzell, im Nov. 2020

Erntedank

Alles ist vorbereitet, Danke für alles.

Willkommen in unseren Gottesdiensten in Bronnzell und in Eichenzell und wer nicht kommen kann, ist herzlich eingeladen, den Gottesdienst auf der Homepage hier zu lesen.

Wir wünschen allen einen gesegneten Erntedank-Sonntag am 04. Oktober 2020.

(Bitte auf die Überschrift oder “Weiterlesen” klicken, um die Fotos sehen zu können. Danke.)

Die Erntedank-Dekorationen in der Friedenskirche Bronnzell und in der Trinitatiskirche Eichenzell

“Hit From Heaven” in der FRIEDENSKIRCHE

Aus organisatorischen Gründen findet der GEMEINSAME JUGENDGOTTESDIENST – auch für alle Junggebliebenen! – in der FRIEDENSKIRCHE statt und nicht, wie im Gemeindebrief angegeben, in der Trinitatiskirche.

Termin: Sonntag, 06.09.2020 um 10:00 Uhr

Gestaltet wird der Gottesdienst zum “Hit from heaven-Sonntag” vom Jugendtreff und dem Konfer-Helfer-Team sowie den Pfarrern Jonas Failing und Edwin Röder.

Ordination von Jonas Failing

„Junge, du wirst mal Pfarrer …“

Zur Ordination von Jonas Failing zum neuen Pfarrer der Friedenskirche in Bronnzell

Am 23. August 2020 wurde in der Bronnzeller Friedenskirche im Rahmen eines Festgottesdienstes Jonas Failing zum Pfarrer der evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck ordiniert sowie zum Pfarrer im Probedienst in der Pfarrstelle Bronnzell-Eichenzell beauftragt.

Auch wenn die Pandemie bzw. deren Auswirkungen überall zu spüren waren, gelang es dem Team dennoch, einen Gottesdienst zu gestalten und zu organisieren, den man nur “rundum gelungen” nennen kann. So wurden die zahlreichen Besucher bereits am Eingang von einem Hygieneteam begrüßt und mit regenbogenfarbenen Schlauchtüchern beschenkt, welche den Aufdruck trugen: „Schön, dass es dich gibt.“ Diese sollten im Gottesdienst die sonst üblichen Mund-Nase-Masken ersetzen und zugleich ein deutliches Zeichen an den neuen Pfarrer sein.

Da die Sitzplätze im Kircheninnenraum aufgrund der aktuell einzuhaltenden Abstandsregeln reduziert werden mussten, wurde der Gottesdienst mittels eines Großbildschirms nach draußen übertragen, wo sich viele Besucher unter einem luftigen Zeltdach eingefunden hatten.

Nach dem Orgelvorspiel und einem ersten Vortragsstück begrüßte Pfarrer Edwin Röder die Festgemeinde und die Ehrengäste. Auch wenn das traditionelle Friedenskirchenfest in diesem Jahr nicht stattfinden könne, so Pfarrer Röder, erlebe Bronnzell-Eichenzell mit der Ordination von Jonas Failing dennoch einen einzigartigen Gottesdienst. Er bedankte er sich herzlich bei seiner Ehefrau Pfarrerin Ulrike Röder und seinem Pfarrkollegen Holger Biehn für die tatkräftige Unterstützung während der Vertretungszeit wie auch bei den weiteren liturgisch Mitwirkenden, Pfarrer i. R. Burkhard Enners an der Orgel, Simone Möhring (Gitarre und Gesang) sowie den Kirchenvorstehern Wiebke Haipeter, Andreas Maraun und Roland Seitz.

In ihrer Ansprache stellte die Pröbstin des Sprengels Hanau-Hersfeld, Sabine Kropf-Brandau, zunächst der Gemeinde ihren neuen Pfarrer vor. So wollte etwa der junge Jonas trotz starker väterlicher Vorprägung (selbst Pfarrer) und dem gebetsmühlenartigen „Junge, du wirst mal Pfarrer“ eben das nicht werden. Er widersetzte sich standhaft und studierte Politikwissenschaften, dann aber kam doch noch alles anders. Es folgte das Theologiestudium, er lernte seine Frau Annalena kennen, die als Pfarrerin in Schlüchtern tätig ist, wo beide aktuell auch wohnen.

Frau Kropf-Brandau ermutigte Herrn Failing, sich in seinem Amt Zeit zu nehmen, „zu hören und zu beten“, also seiner Gemeinde zuzuhören und ihre Anliegen vor Gott zu bringen und dazu – wenn nötig – auch neue und kreative Möglichkeiten zu finden. Sie ermutigte ihn, Herausforderungen so unverzagt anzugehen, wie es bereits in dem von ihm ausgesuchten Ordinationsspruch aus dem Buch Josua, 1.9 zugesagt wird. Für seinen Dienst wünschte sie ihm „ein offenes Ohr und ein weites Herz“, dabei könne er sich sicher auf die Unterstützung seines Kollegen wie auch auf den Kirchenvorstand verlassen. Nach dem Lied „Vertraut den neuen Wegen“ vollzog Pröbstin Kropf-Brandau die Ordination, assistiert durch das symbolische Händeauflegen von Pfarrer Röder und dem stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden Roland Seitz. Die Gemeinde bestätigte mit ihrem kräftigen Votum den Dienstauftrag an Pfarrer Jonas Failing.

In seiner ersten Predigt thematisierte Pfarrer Failing das Bedürfnis, das eigene Tun kontrollieren zu wollen und die daraus resultierende Angst, diese Kontrolle zu verlieren. Ein im Urlaub gelesener Ratgeber versprach, das eigene Chaos in den Griff zu bekommen, wenn man nur zu allem, was man tut, eine Liste macht. Und ja, er habe es ausprobiert. Dennoch, so Pfarrer Failing, habe diese Methode nach dem Prinzip „Hilf dir selbst“ auch ihre Grenzen, sie helfe nämlich nicht bei aufkommenden Zweifeln, Lebenskrisen oder wenn es „an’s Eingemachte geht“. Es sei tröstlich zu wissen, dass Gott in solchen Situationen da ist und uns die gleiche Zusage mache wie vor Tausenden von Jahren Josua in der Wüste: „Sei getrost und unverzagt, denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“

Der Dekan des Kirchenkreises Fulda, Bengt Seeberg, begann im Anschluss an den Gottesdienst die Reihe der Grußworte. Er bedankte sich nochmals ausdrücklich bei dem Pfarrerehepaar Ulrike und Edwin Röder für das Aufrechterhalten des Gemeindelebens und die Durchführung der Gottesdienste in der mehr als einjährigen Vakanz. Pfarrer Michael Oswald von der Nachbargemeinde Sankt Peter überbrachte die Willkommensgrüße der katholischen Kollegen. Er betonte die gelebte Ökumene und die gute und enge Zusammenarbeit der beiden Konfessionen vor Ort.

Weitere Grußworte sprachen Pfarrer Holger Biehn aus Neuhof als Vertreter des Kooperationsraums Fulda-Süd sowie für die politischen Gemeinden Fulda, Künzell und Neuhof der Künzeller Bürgermeister Timo Zentgraf und sein Eichenzeller Amtskollege Johannes Rothmund.

Dass die Besucher sich sichtlich wohl fühlten, zeigte sich auch an der Vielzahl derer, die nach Gottesdienstende am anschließenden Empfang teilnahmen und noch einige Stunden auf dem Kirchenvorplatz verbrachten. Hierfür sorgten nicht zuletzt hessische Spezialitäten, zubereitet von Cornelius Spree-Henzler und seiner Frau Nadja, sowie Kaffee und Kuchen. Hier bot sich auch die ein oder andere Gelegenheit, den „Neuen“ persönlich zu begrüßen und ihn etwas näher kennen zu lernen.

Dieser Gottesdienst mit all seinen besonderen Umständen zeigte sehr eindrücklich, dass mit der richtigen Vorbereitung und angemessenem Verhalten öffentliches Gemeindeleben durchaus stattfinden und zudem noch Spaß machen kann, auch wenn das gemeinsame Singen schmerzlich fehlte.

Michael Haipeter

Vom Kennenlernen – Jonas Failing

Vom Lernen und Kennenlernen

Liebe Leserin, lieber Leser,

in einem Gemeindebrief geht es um Worte. Natürlich geht es auch um Bilder, die abgedruckt werden. Vor allem geht es aber um Worte, wie in jedem Brief, so auch in einem Gemeindebrief.

Und manchmal ist es ganz erstaunlich, was dabei herauskommt, wenn man sich ein Wort „auf der Zunge zergehen“ lässt – es also dreht und wendet und es neugierig  betrachtet, so als würde man es zum ersten Mal sehen (oder hören). Ich versuche es einmal mit dem Wort „kennenlernen“: ‚kennen‘ steckt darin und ‚lernen‘. Lernen, zu kennen: eben kennenlernen.

Wenn wir einen uns neuen Menschen treffen, haben wir vielleicht die Gelegenheit, ihn kennenzulernen. Wir erkennen ihn wieder, wenn wir ihn öfter treffen. An seinem Aussehen, einem besonderen Gesichtszug, an der Stimme oder an bestimmten Gesten. Je mehr wir jemanden kennenlernen, umso leichter fällt es uns, ihn oder sie wiederzuerkennen.

Auch eine neue Situation lernt man kennen. Wir alle sind mitten dabei. In einer neuen Situation lernen wir und lernen wir kennen, wie ein verantwortungsvolles Verhalten aussieht: Wir tragen Mund-Nasen-Masken, wir halten Abstand voneinander. Kirchengemeinden lernen, mit dieser neuen Situation umzugehen.

Für mich ist es auch eine Zeit des Kennenlernens: Ich schreibe heute hier das erste Mal im Gemeindebrief und hoffe, Sie bald persönlich kennenzulernen!

Ab dem 24. August 2020 trete ich meinen Probedienst in der Kirchengemeinde Bronnzell-Eichenzell an.

Mein Vikariat und das zweite theologische Examen habe ich in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) absolviert. Das „Lernen“ im Kennenlernen sagt mir aber auch: Ich lerne immer dazu, jemanden zu kennen oder eine Situation einzuschätzen.

Lernen ist selten etwas, das irgendwann abgeschlossen ist: Man lernt immer dazu. Beim Lernen und Kennenlernen bewegen wir uns tastend vor, können uns auch einmal irren. Bei allem Neuen, das wir im Moment täglich kennenlernen und dazulernen, ist es beruhigend, auf etwas vertrauen zu können, das sicher ist: dass wir begleitet werden von Gott.

Von Gott – der uns schon kennt, der weiß, wie es um uns steht und der auf allen unseren (Lern-)Wegen um uns ist, so heißt es im Psalm:

HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

(Psalm 139, 1-5)

Mit freundlichen Grüßen und bis bald
Ihr Jonas Failing

Kirche in Zeiten von Corona

Ein persönlicher Rückblick:  Wir Christen haben doch alles im Griff – ODER?

Von heute auf morgen ist unser Leben völlig verändert. Wir Menschen, die glücklicherweise in einem freien Land leben dürfen, müssen plötzlich eine Einschränkung nach der anderen hinnehmen. Die ehemalige Sorglosigkeit weicht einer Beklemmung. Niemand konnte sich wohl vorstellen, dass wochenlang keine Gottesdienste mit der Gemeinde stattfinden dürfen. Na, gut, denke ich. Mach´ das Beste draus! Es gibt doch Fernsehgottesdienste, Computerübertragungen und von den Pfarrern aus unserem Kooperationsraum bekomme ich als Seniorin sogar die Gottesdiensttexte schriftlich. Wie bequem  –  ich sitze gemütlich im Sessel  –  eigentlich ganz praktisch. Klappt doch!

Nach geraumer Zeit machen sich Pfarrer und Kirchenvorstand Gedanken, wie eine langsame Öffnung stattfinden könnte, ein Hygieneteam wird gebildet. Ohne mich, einen Gottesdienst mit solchen Sicherheitsvorschriften sollte man doch lieber sein lassen  –  denke ich – und bleibe gemütlich zu Hause im Sessel sitzen.  Da bin ich nicht gefährdet, denn mein Alter von 73 Jahren ist schließlich Risikofaktor.

Der erste Gottesdienst findet in der Friedenskirche statt, nur mit dem Kirchenvorstand, um die Hygieneregeln zu testen. Obwohl Mitglied, gehe ich gar nicht erst hin, schließlich bin ich kein Versuchskaninchen! Offenbar klappte alles und der erste Gottesdienst mit Gemeinde findet in der Friedenskirche statt.

Muss gestehen, ich habe überhaupt keine Lust. Bin unmutig. Es war im Sessel doch so bequem! Und nun: Maske um! Auf dem Gelände erwarten mich drei freundliche Gemeindeglieder, ebenfalls maskiert und führen mich zum Nebeneingang.

Ein nettes junges Mädchen gibt mir einen Spritzer Desinfektion in die Hand, die Personalien werden notiert und weitere Mitarbeiter begleiten mich die Treppe hoch und ein Sitzplatz wird mir zugewiesen.

In diesem Moment wird mir schlagartig klar, wie sehr ich sie alle vermisst habe in diesen vielen Wochen. Und welche Freundlichkeit ich rundherum erlebe. Ja, wir sitzen auf Abstand, doch dieser ist nur räumlich. Innerlich spüren wir die Nähe und winken uns zu.

Unser Pfarrerehepaar erklärt nochmal die Regeln und wir wissen, auch sie sind froh, wieder Gottesdienste mit der Gemeinde feiern zu können. Singen ist leider verboten, aber die Liedtexte werden zur Orgelbegleitung gelesen, sehr schön. Nach diesem Gottesdienst fahre ich erfüllt nach Hause. Ich weiß nun, meine Gemeinde ist mir sehr wichtig und wir dürfen uns in diesen Zeiten nicht aus den Augen verlieren. Die Nöte in der Welt werden durch Covid 19 noch größer und gemeinsam beten wir für alle, die im Moment in Angst und Schrecken leben.

Ein Wort an die Skeptiker, die meine ursprünglichen Bedenken teilen: Kommt einfach wieder und probiert es aus! Trotz eingeschränkter Sitzplätze musste noch niemand abgewiesen werden.

Mein herzlicher Dank gilt allen, die uns diese Gottesdienste trotz erschwerter Bedingungen wieder ermöglichen und für unsere Sicherheit Sorge tragen: Den Pfarrern, Lektoren, Organisten, dem freundlichen Hygieneteam und euch allen, die ihr hoffentlich bald wieder teilnehmen wollt.

Inge Hartung, Kirchenälteste